Fashion Insights:
Kostümgeschichte im modernen Setting

Trend Winter 21/22:
Kostümgeschichte im modernen Setting.

von Christine Boland | 27.04.2021

Ein wichtiger Trend für den Winter 21/22 ist Kostümgeschichte in einem modernen Umfeld. Rüschen, Mieder, Puffärmel, Brokat, Empire-Taille und Taft sind sehr präsent. Natürlich mit einem modernen Twist: Bei Gucci wird ein klassisches Tüllkleid mit einem hellblauen Zopfpullover kombiniert. Marc Jacobs verpasst einem Brokatkleid ein Makeover mit Silberglitzer, während Rodarte ein futuristisches Metallic-Abendkleid mit Puffärmeln über den Laufsteg schickt.

Der Ursprung dieses Trends? Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Zum Beispiel trugen die Kostüme aus der Netflix-Serie Bridgerton, einem historischen Drama, das in London spielt, zur Popularität der Kostümgeschichte bei. Nach Angaben der Modesuchmaschine Lyst sind die Suchanfragen nach Korsetts, die in der Serie häufig getragen werden, seit der Premiere um 123% gestiegen. Stirnbänder mit Perlen und Federn verzeichneten einen Anstieg der Suchanfragen um 49 %, und Kleider mit Empire-Taille wuchsen um 93 % in der Beliebtheit.

Wir können uns den Trend auch einfach als “Eskapismus” erklären. Nachdem man ein Jahr in Kapuzen-Pullis und Leggings verbracht hat, fühlt sich ein schönes Kleid zu tragen so an als würde man in eine andere Zeit versetzt werden. Ein unpraktisches Accessoire, sei es eine gefiederte Haarnadel oder opernlange Handschuhe, ist praktisch ein Akt des Trotzes. Sich in die Tage wegzuträumen, an denen man sich wieder in Partykleidung bewegen kann, ist eine Möglichkeit den Lockdown zu überstehen.

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Dieser Trend ähnelt einem anderen Lockdown-Trend: dem Hashtag #tussenkunstenquarantaine, der auf Instagram viral ging. Die Idee hinter dem Hashtag – wörtlich übersetzt mit “zwischen Kunst und Quarantäne” – stammt von der Niederländerin Anneloes Officier zu Beginn der Pandemie. Die Aufforderung: ein historisches Kunstwerk auswählen, es mit drei Haushaltsgegenständen nachstellen und auf Instagram posten. Beide Trends spiegeln das Gleiche wider: das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen und Schönheit zu bewundern, während man zu Hause ist. Sie bringen die Zukunft und die Vergangenheit in einem ungewissen Hier und Jetzt zusammen. Einem Hier und Jetzt, in dem Kreativität und Fantasie regieren.

Wir können den Trend zur Kostümgeschichte sogar mit den surrealistischen Bildern vergleichen, die wir zu Beginn der COVID-19 Pandemie auftauchen sahen. Die verlassenen historischen Highlights in Städten wie Venedig und Rom oder Bilder eines menschenleeren Times Squares in New York – meist überfüllt mit Touristen. Beides wirkt befremdlich und futuristisch.

ℹ ÜBER DIE AUTORIN

Christine Boland ist eine führende internationale Trendbeobachterin und Analystin. Von Amsterdam aus identifiziert und übersetzt sie seit mehr als 25 Jahren Trends auf dem Verbrauchermarkt. Sie arbeitet eng mit Unternehmen als kreativer Kompass zusammen, gibt Einblicke und hilft bei strategischen Entscheidungen und Innovationen. Am Ball zu bleiben mit dem, was heute in der Welt passiert, kann uns helfen zu erkennen, wie der Markt morgen aussehen wird.

Christine Boland arbeitet für eine breite Palette von Kundengruppen, von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu multinationalen Konzernen und Regierungsorganisationen. Zu den Märkten, in denen sie tätig ist, gehören Mode/Bekleidung, Schönheit, Konsumgüter & Dienstleistungen, Einzelhandel und Technologie. Du möchtest mehr erfahren?

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