Die Zukunft der Order

Start der Testphase des Fashion Cloud Order-Portals

Fashion Cloud geht einen Schritt weiter und entwickelt nach dem Endlosregal auch ein Order Portal. Ziel ist es, die Nachorder und perspektivisch auch die Vororder auf die Plattform zu heben. Seit September wird das Portal bereits mit ausgewählten Marken getestet. Der Prototyp des lieferantenübergreifenden B2B-Portals soll im Frühjahr 2019 auf dem Markt erscheinen, bestätigt Martin Brücher, einer der drei Co-Founder von Fashion Cloud.

Damit der stationäre Handel im Wettbewerb mit vertikalen Konzepten, wie H&M oder Zara bestehen kann, wird der Ruf nach einer effizienteren und digitalen Lösung der Order größer. Digitale Showrooms sind in aller Munde, aber auch die Digitalisierung des Vororder-Prozesses gewinnt nicht zuletzt durch den Einstieg von Tommy Hilfiger an Dynamik. Fashion Cloud setzt vor allem auf Hybrid-Modelle, die den Vororder-Prozess sowohl durch eine webbasierte Vororder ermöglichen, als auch durch App-basierte Tools. Schließlich wird nicht jeder Showroom digital werden. Die Entscheidung des Einkäufers, ob eine digitale Order oder eine Order direkt im Showroom wird stark vom Warensegment und der Kollektion abhängen. Aus diesem Grund soll auch die Order im Showroom digitaler werden. Einkäufer sollen so mithilfe von Apps die Kollektionen vorsortieren und mit der Limitplanung synchronisieren. „Die Orderdaten werden zukünftig direkt in ERP-Systeme importiert werden“, so Brücher.

Die größte Hürde für die digitale Order wird jedoch der lange Change-Prozess sein. Das Ergebnis und die Effizienz der digitalen und datengestützten Vororder muss die Einkäufer zunächst von sich überzeugen. Laut René Schnellen, einem der Co-Founder von Fashion Cloud, wird der Wechsel hin zur online Vororder kein klassischer disruptiver Prozess werden, da die alten Strukturen teilweise bestehen bleiben. Die Fashion Branche sei dafür zu menschengetrieben.

Der Markt für lieferantenübergreifende Plattformen ist hart umkämpft. Es liegt viel Potenzial in der Unterstützung des stationären Handels durch digitale Produkte. Fashion Cloud  kann vor allem durch sein Netzwerk und die bereits bestehende Integration in der Branche auftrumpfen. Brücher betont besonders die neutrale Positionierung, denn schließlich sollen alle Brands und Händler von der Effizienz der Platzierung der Vor- und Nachorder online profitieren.